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Martinsweg nach Rommersdorf
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Martinsweg am Mittelrhein

Aufstehen und Pilgern für Menschenwürde:Menschenwürde - König*in sein

"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Bei Frühlingswetter begleitete dieses Mal anstatt des Pilger-Kreuzes eine Königsfigur des Pastoralen Raumes Neuwied 23 Frauen und Männer bei der Pilgerwanderung am 7. März 2026.
Die große Pilgergruppe sieht vor dem Hammersteiner Burgberg verschwindet klein aus.
Datum:
12. März 2026
Von:
Volker Collinet / Bilder: Elisabeth Bußmann, Thomas Müller und Martinsweg am Mittelrhein
Auf einer Wiese steht die kleine Königsfigur auf einem blauen Pannesamt-Tuch. Auf dem Tuch liegen auch eine Würde-Tafel und eine Werbe-Postkarte.

23 Frauen und Männer waren am 7. März bei Frühlingswetter unterwegs, um das Thema „Menschenwürde“ in den Blick zu nehmen. Anstatt des Pilger-Kreuzes war diesmal eine Königsfigur, aus Treibholz geschnitzt und ausdrucksstark angemalt, die Leitfigur der Pilgerwanderung.

Der Bonner Diakon Knoblauch, der in einem sozialen Brennpunkt arbeitet, hat die Idee und die Umsetzung dieser Königsfiguren entwickelt. Damit will er verdeutlichen, was im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Artikel 1 formuliert ist: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Die entsprechende Arbeitsgruppe im Pastoralen Raum Neuwied hat zwei Königsfiguren erworben und Begleitmaterial dazu erstellt. Beides kann von Interessierten für Gottesdienste und andere Aktionen ausgeliehen werden.

Nach der Einstimmung vor der Jugendherberge in Leutesdorf begann der "Königsweg" und führte zunächst zum Christkönighaus in Leutesdorf. Die Gemeinschaft hilft Männern und Frauen in schwierigen sozialen Lagen, z. B. Obdachlosen, Alkoholkranken oder in Bonn durch ein Frauenhaus. Johannes Haw, der Gründer, sah aufgrund seines Glaubens die gefährdete Würde dieser Menschen und half ihnen aus christlich-sozialer Gesinnung.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Begriff "Christkönig" in der katholischen Jugendbewegung der politische Gegenpart zum Führerkult der Hitler-Jugend.

Die nächste Station war der ehemalige jüdische Friedhof von Leutesdorf. Nach einem steilen Anstieg und in unwegsamen Gelände liegt er versteckt im Wald. Die Pilger hatten am eigenen Leib erlebt, unter welch unwürdigen Bedingungen die jüdischen Mitbürger*innen damals ihre Liebsten zu Grabe tragen und bestatten mussten.

Die Burg Hammerstein war der höchste Punkt des "Königsweges". Hier wurden im 11. Jahrhundert die Erkennungs- und Herrschaftssymbole des deutschen Kaisers (Krone, Zepter, Schwert, Reichsapfel u. a.) aufbewahrt.

Anknüpfend an die Impulsgeschichte "Die unsichtbare Krone" aus dem Begleitmaterial zur Königsfigur wurde hier noch einmal an die Königs-Würde jedes Menschen erinnert, die keine äußeren Erkennungszeichen braucht.

Es folgte auf fast gleicher Höhe mit einem herrlichen Blick ins Rheintal ein Bildstock mit einer Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit, einem sogenannten Gnadenstuhl. Gott wird als sitzender Richter dargestellt, auf dessen Brust die Taube als Darstellung des Heiligen Geistes liegt. Der richtende Gott schaut die Betrachter auf Augenhöhe und wohlwollend an. Er hält Christus am Kreuz zwischen sich und die Betrachter. Damit ist er ein barmherziger Richter, der gerecht ist und doch auch Gnade vor Recht ergehen lässt und nicht "von oben herab" auf die Menschen schaut.

Nach einem sehr steilen Abstieg zur ehemaligen Burgkapelle, der St. Georg Kirche in Hammerstein, endete die Pilgertour. Ein Rückblick auf den Weg vertiefte noch einmal den Gedanken von der Würde jedes Menschen.

Menschenwürde

Menschenwürde gründet letztlich in mehr als menschlicher Vernunft und Humanität. Erst mit dem Glauben, dass es einen Gott gibt, der alles geschaffen hat – und besonders die Menschen mit freiem Willen als "sein Ebenbild" – wird die Menschenwürde in ihrer Größe und Unantastbarkeit deutlich. Daraus ergibt sich auch die Verantwortung jedes Menschen, die Würde aller anderen zu respektieren und dementsprechend zu handeln. Aus seinem freien Willen heraus kann jeder Mensch Gut und Böse unterscheiden und verantwortlich nach seinem Gewissen handeln. Bei Schuld und Versagen zeigt sich Gott als barmherziger Richter. Er ist in Jesus Christus sogar ein Mensch geworden, um uns aus unseren schuldhaften Verstrickungen zu erlösen. Sein Geist hilft uns auf unserem Weg und stärkt unseren Glauben. Die Väter und Mütter des Grundgesetzes lebten aus diesem Glauben und formulierten Artikel 1 gerade aufgrund der grauenhaften Erfahrungen mit Ideologien, bei denen die Menschenwürde systematisch und grundsätzlich missachtet wird.

Eindrücke der Pilgerwanderung

10 Bilder

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