Sonntag, 18.02.2018

4. geführte Wegetappe

Martinsweg im Zeichen der Ökumene Unterwegs von der evangelischen Kirche in Niederbieber zur katholischen Martinskirche in Neuwied Engers

Bei sonnigem Wetter und für den Februar milden Temperaturen stiegen die Martinspilger mit ihrem Pilgerkreuz ("dem Herrn") etwas bergan bis sie auf der Torney einen Mann trafen, der Martin heißt und sich in seinem Leben oft wie Martin verhalten hat. Martin Waßmann. Er erwartete uns schon auf dem Platz - zwei Körbe mit Laugenbrezeln vor sich. Im Gespräch berichtete er von seinen Erfahrungen als Martinsreiter und von seinem sozialen Einsatz für andere. Beeindruckt und mit einer Brezel von ihm beschenkt gingen die Pilger nachdenklich weiter bis hinter den Torneyer Kreisel.

Mit dem Blick auf  das Neuwieder Becken und den Etappen-Zielort Engers hielt die Gruppe zumnächsten  spirtituellen Impuls an. Beate Zwick deutete anhand einer Bildmeditation an, dass Martin ein Helfer "auf Augenhöhe" war. Er half nicht "vom hohen Ross, d.h. von oben herab", sondern stellte sich als einfacher Helfer auf eine Ebene mit dem Bedürftigen. Er half von Mensch zu Mensch.

Der weitere Martinsweg führte durch Felder zum Neuwieder Stadtteil Gladbach zur Kirche Mariä Himmelfahrt und zur Abtei Rommerdorf in Heimbach/Weis. Die vorgesehene Führerin war kurzfristig erkrankt, sodass Ingrid Hillen und Beate Zwick an ihrer Stelle führten. Alle waren von den Räumen beeindruckt, die eine Stille und Konzentration ausstrahlten - jedoch auch die Kälte des Februars. Ein Höhepunkt war  hier die Sammlung zu einem sprituellen Impuls um den Brunnen im Kreuzgang, die mich eine tiefe Verbundenheit mit den anderen spüren ließ.

Vom Tor in Rommersdorf aus ging es bergab durch den Ort in Richtung Engers. In den Feldern zwischen beiden Orten hielt die Gruppe am sogenannten "Siebenschläfer", dessen Legende auf einer Tafel vor Ort zu lesen ist. Die sieben Schläfer sollen sieben römische Offiziere aus dem benachbarten Garnisonslager in Niederbieber gewesen sein, die Christen waren und die Schlacht mit freundlichen Germanen "verschliefen" und so überlebten. Im Zusammenhang mit der Kriegsdienstverweigerung des Martin von Tours erinnerte Ingrid Hillen daran, dass "der Siebenschläfer", die Basaltsäule mit den sieben symbolisch in rot dargestellten Offizieren, auch ein Mahnmal gegen Krieg und Gewalt ist. Gewalt, Krieg und Christentum sind aus der Sicht von Jesus

Christus nicht vereinbar - auch wenn die Welt- und Kirchengeschichte oft anders verlaufen ist.

 

Die letze Strecke zur Martinskirche in Engers war schnell zurück gelget und mit Glockenläuten wurden die Pilger in Engers willkommen geheißen. Es läuteten dazu nicht nur die Glocken der katholischen Martinskirche, sondern auch die Glocken der evangelischen Kirchengemeinde
als Zeichen der ökumenscihen Verbundenheit. Pfarrer Heinz Christ begrüßte die Pilger persönlich und feierte mit ihnen eine würdigen Abschluss-Andacht. Mit dem Ankommen in Neuwied-Engers wurde der Martinsweg am Mittelrhein auch zum ersten Mal als ganzer Pilgerweg von Linz nach Engers abgeschlossen. Nach dem Gottesdienst in der Kirche gabe es einen geselligen Abschluss der müden Pilger mit Suppe und Getränken.

Allen, die zum Gelingen dieses Weges beigetragen haben - wo und wie auch immer - gilt ein herzlicher Dank und ein Vergelt's Gott!

Volker Collinet