nachgedacht - Impulse

zum Weiterdenken

  • Abgeben oder teilen?

    Abgeben oder teilen?

    Abgeben …
                … die ausrangierte Kleidung,
                … das, was ich nicht benutze,
                … das, was ich eh zuviel habe,
                … ohne Einschränkung für mich und mein Leben.

    Teilen …
                … das heißt, mich einschränken, damit auch andere leben können.
                … das bedeutet, verzichten, damit andere überleben.
                … Zeit, Geld, Dinge.
                … auch wenn es unbequem, anstrengend ist und meine Möglichkeiten beschneidet.

    St. Martin hat geteilt und ritt mit einem halben Mantel davon, trotz Winterskälte.

    (Regina Schmitz, 2017)

  • krank sein – heil werden

    krank sein – heil werden

    "Ich kann nicht mit dabei sein, ich bin krank."
    Ein alltäglicher Satz, den wir selbst sagen müssen oder den uns andere sagen.

    Kranksein bremst, setzt Grenzen
    bei mir und bei anderen.
    Kranksein stört oft - mich und die anderen,
    denn es unterbricht den geplanten Ablauf, die Routine.
    Kranksein ist manchmal bedrohlich,
    wenn die Schmerzen sehr heftig sind
    und nichts sie in den Griff bekommt.
    Kranksein ist manchmal so bedrohlich,
    dass es um Leben und Tod geht.

    Von einem Moment zum anderen wird alles anders.
    Die scheinbar wichtigen Aufgaben und Ziele
    verblassen und schrumpfen.
    Nebensächliches wird zum Ereignis und zum Erfolg.
    Freunde und Bekannte haben wenig Zeit
    und Menschen, von denen ich es nicht erwarte,
    sind für mich da.

    Viel Zeit zum Nachdenken ist da.
    Gedanken kreisen um das Kranksein,
    das eigene Leben,
    die Menschen und die Zukunft
    und auch um Gott
    als angerufenen Helfer, als unergründliche Hoffnung,
    als wütend beschimpften Angeklagten.

    Die Welt kann innen und außen grau und einsam werden.
    Wer und was kann da heilen, wenn es nichts mehr zu heilen gibt?

    Menschen, die einfach da sind.
    Sie sind da ohne große Worte.
    Sie hören zu.
    Sie wissen nichts besser.
    Sie sind mit dir sprachlos vor dem Unaussprechlichen,
    dem wir im Leben immer wieder begegnen.
    Sie sind da mit kleinen, stillen Gesten:
    einem Blick, einem Händedruck.
    Sie lassen dich spüren: Du bist nicht allein.

    In der Bibel beginnt die Befreiungsgeschichte Israels mit Gottes Wort an Mose:
    "Ich bin da." Das ist mein Name für alle Zeiten.
    Jesus heilte die Menschen
    und ließ sie erfahren: "Du bist nicht allein. Du bist im Blick. Ich bin da."

    (Volker Collinet, 2017)

Impulstexte von Petra Stadtfeld

© 2012  /  www.himmelsgedanke.de 

Die Numerierung hinter den folgenden Texten bezieht sich auf die Impulstexte unter "nachgedacht - Impulse zu St. Martin":

  • DIE GNADE DES GLAUBENS

    Der Glaube schützt uns nicht vor Wunden, die das Leben schlägt. Er bewahrt uns nicht vor unserer Schwachheit und Schuld und erspart uns nicht den Anblick unserer Erbärmlichkeit. Glaube schenkt nicht das Vergessen.

    Der Glaube erhebt uns auch nicht über die Würde der nicht gläubigen Schwester und macht uns nicht größer als den  Bruder, dessen Gott einen anderen Namen trägt.

    Gott hebt uns nicht hinweg. Er taucht uns ein. Er durchnässt uns mit Leben, auf dass wir Mensch werden. Er durchflutet uns mit Liebe, damit sich uns die Wunder offenbaren.

    Impuls zu St. Martin (1) (2) (3) (4) (5) (6) (11) (13) (17) (18)

  • DIE INNERE BURG DER STILLE

    Auf dem Marktplatz des Lebens locken unbegrenzte Möglichkeiten und versprechen selige Erfüllung. Doch die erfüllten Begierden können die Sehnsucht nicht stillen. Das Herz will mehr. Das Herz verlangt nach Tiefe. Es sucht nach dem Glück, das hinter der Fassade liegt. Es sehnt sich nach dem Frieden fernab vom Lärm der Zeit.

    Lass nicht zu, dass der Lärm der Welt deine Sinne verwirrt und die lauten Rufe dich dir selbst entfremden. Folge deinem Herzen. Es führt dich in deine Mitte. Traue dir selbst und habe den Mut, dich in die innere Burg der Stille zurück zu ziehen. Werde still und horche, was in dir lebt. Das Schweigen wird dich lehren, zu verstehen.


    Impuls zu St. Martin (6) (9) (12) (16)

  • EINSAM SEIN

    Tief in deinem Inneren gibt es einen Lebensraum, den du mit keinem teilen kannst.

    Es ist  ein stiller, einsamer Ort, an dem du dir selbst begegnest. Wenn es dir möglich ist, verweile, bis die Zeit reif ist und sich die Türen von innen öffnen.

    Einsamkeit ist Reifezeit. Wenn du geduldig bist, wird sie dir ihren Sinn offenbaren.

    Du lernst dich besser zu verstehen und aus dem Schmerz der Einsamkeit erwächst dir neue Kraft, die es dir leichter macht, abzustreifen, was nicht zu dir gehört, so dass du dich entfalten kannst.

    Lass dich nicht beirren, wenn du dich einsam fühlst. Öffne dich auf Gott hin, der für dich da ist. Er führt dich heraus aus der Einsamkeit zur Gemeinschaft mit ihm.

    Impuls zu St. Martin  (4) (5) (6) (7) (8) (9) (14) (16) (17) (18) (19)

  • FOLGE DEINER SEHNSUCHT

    Die Sehnsucht ist das Feuer der Seele, das sich nicht hüten lässt. Sie entfacht in dir die Liebe zum Leben und lässt dich deine Lebendigkeit spüren. Ein Funke genügt und du musst ihr folgen. Sei ohne Furcht. Die Sehnsucht kennt den Weg.

    Sehnsucht ist Leben. Bewahre die Flamme, die dich mit allem Lebendigen verbindet.

    Lass das Feuer nicht erlöschen, das dir das Herz erwärmt und deine Träume nährt.

    Du bist die Sehnsucht Gottes. Gott verzehrt sich in Liebe nach dir. Er brennt als dein Licht und leuchtet dir durch die Nacht. Folgst du deiner Sehnsucht, findest du Gott.

    Impuls zu St. Martin (1) (3) (4) (6) (7) (8) (9) (11) (13) (15) (17) (18)

  • IM LEIDEN

    Im Leiden stiehlt sich unser Stolz davon. Die Eitelkeiten fallen von uns ab. Der Kern der Würde schält sich heraus.

    Leiden entlarvt die Dinge, die uns nicht tragen, auch wenn wir sie ein Leben lang umgarnten. Es löst uns von den Sicherheiten, die wir nie besaßen und führt uns in die Tiefe, wo wir keine Masken tragen.

    Das leidende Herz, das sich im Mitgefühl verbindet, weint mit der Welt um das verlorene Paradies. So wird des Menschen Schmerz zur Klage unerlöster Schöpfung, die sich seit Anbeginn nach Heilung sehnt.

    Doch Leid bleibt nicht im Leiden stehen, so wie die Liebe nicht für sich alleine bleibt.

    In beidem fließt dieselbe Energie des Lebens, aus einer Quelle nähren sich die Freude und der Schmerz und lassen uns erahnen, dass alles gut wird, wenn wir vertrauen.

    Impuls zu St. Martin  (2) (4) (5) (15) (17) (18)

  • MEMENTO MORI

    In der Sehnsucht nach Leben wirkt der Tod wie ein mächtiger Feind, der an den Grundmauern der Hoffnung rüttelt und uns im Inneren erzittern lässt. Doch er kann uns nicht vernichten, denn die Macht des Todes ist dem Leben unterworfen. Wir sind für das Licht bestimmt. Unsere Heimat liegt dort, wo der ewige Friede wohnt, der sich nach uns sehnt. Nichts kann uns die Geborgenheit Gottes verwehren. Das Göttliche in uns bewahrt uns in der Fremde der Welt und führt uns sicher heim.

    Leben und Tod tragen denselben Sinn in sich. Sie sind zwei Spuren auf einem Weg, der zur Vollendung führt.


    Impuls zu St. Martin (2) (4) (6) (8) (11) (17) (18) (19)

  • SCHÖNE SEELE

    Die Würde, Größe und Schönheit des Menschen kommen aus seiner Seele. In ihr spiegelt sich das Antlitz Gottes wider. Sie bewacht unsere Träume und ist Zuflucht für das Kind in uns, das sie zärtlich zu schützen weiß. Sie bewahrt uns vor der Verzweiflung, die sich in unser Herz schleicht,wenn die Angst vor dem Morgen uns findet. Wer wir sind und wer wir sein sollen, ist das Geheimnis, zu dem sie uns führen will.

    Die Seele ist für die Ewigkeit bestimmt. Sie weiß um den Himmel und kennt den Weg zu Gott. Ihre Ratschlüsse sind weise und klug, denn in ihr ist die Wahrheit verborgen.

    Wer ihr vertraut, geht nicht in die Irre. Gott durchströmt die Seele mit seinem Glanz und macht sie zur Quelle des Lebens, die nie versiegt.

    Impuls zu St. Martin (1) (3) (4) (5) (6) (8) (14) (17)