nachgedacht - Impulse

zu den Stationen unterwegs

A) vor dem Losgehen und unterwegs:

  • Die innere Route finden

    Der Martinsweg am Mittelrhein ist ein Pilgerweg. Er wird eine noch interessantere innere Reiseroute, wenn ich mich etwas darauf vorbereite.
    Damit ist das Planen der äußeren Dinge gemeint, wie die Strecken, die Pausen, Verpflegung und Kleidung festzulegen. Genauso wichtig ist es, zu bestimmen, warum ich diese Wegstrecke gehen will.
    Möchte ich das Pilgern einfach mal ausprobieren?
    Möchte ich etwas mehr über den Heiligen Martin erfahren?
    Suche ich eine Verbindung von meinem Lebensalltag mit religiösen Erfahrungen?

    Wer geistliche Erfahrungen machen will, muss seine Gedanken und Gefühle genauso einrichten und empfangsbereit machen wie sein Mobiltelefon. Die richtigen Einstellungen führen zu besseren Ergebnissen und machen mehr Freude.

    (Volker Collinet, 2017)

  • vor dem Losgehen

    Zunächst ist es wichtig, an einem Ort zur Ruhe zu kommen, bevor es losgeht.
    Ein schöner Ausblick in die Landschaft erleichtert das.
    Jeder kann sich dann einen Punkt aussuchen, der ihn/sie anspricht.

    Dann kann man einfach die Gedanken zur Ruhe kommen lassen.
    Man kann auf den eigenen Atem achten, der kommt und geht.
    Man kann in sich "hinein horchen" und spüren, wie wach man ist und wo der Körper sich evtl. verspannt hat.

    Im zweiten Schritt kommt die Wegstrecke in den Blick.
    Welcher Weg liegt vor mir und warum will ich ihn gehen?
    Verbinde ich mit dem Ankommen auch ein persönliches Ziel, das mir wichtig ist?

    Nach dem Sich einstimmen steht die Bitte um Gottes Beistand auf dem Weg – der Pilgersegen zum Aufbruch.

    Dann geht es los.

    (Volker Collinet, 2017)

Die Texte sind Vorschläge, damit die persönliche Einstimmung für Einzelne oder Gruppen besser gelingen kann.

  • Zuordnung zu Orten auf der Wegstrecke

    Die Numerierung bezieht sich auf die Impulstexte
    unter "nachgedacht - Impulse zu St. Martin":

    Neuwied-Engers    
    02      Heinrichs-Haus
    03      Taufbecken oder Weihwasserbecken in Kirche St. Martin
    03      Martinsbrunnen auf dem Platz vor Schloss Engers
    07      Heinrich-Haus
    10      Schloss Engers

    Neuwied-Heimbach/Weis
    04      Siebenschläfer-Denkmal
    05      Panoramablick über Neuwied (religiöse Vielfalt)
    07      Abtei Rommersdorf
    09      Abtei Rommersdorf

    Neuwied-Gladbach
    06      Wülfersberg-Kapelle

    Neuwied-Torney
    02      Containerdorf für Flüchtlinge
    05      Panoramablick über Neuwied (religiöse Vielfalt)
    08      Mennoniten-Bethaus

    Neuwied-Niederbieber
    04      Straße Am Römerlage (bei ev. Kirche)
    08      evangelische und katholische Kirche
    10      Fürstengrab in der evangelischen Kirche

    Neuwied-Feldkirchen
    05      Panoramablick über Neuwied (religiöse Vielfalt)
    11      Gerichtslinde
    11      Fahr in Rtg. Leutesdorf ("Teufelsschloss" Schloss Friedrichstein)
    12      Fahr (Klöster und Fluss-Überfahrten)

    Leutesdorf
    02      Christkönighaus (J. Haw)
    07      DJH - ehem. Exerzitienhaus der Leutesdorfer Johannesschwestern
    09      DJH - ehem. Exerzitienhaus der Leutesdorfer Johannesschwestern
    09      Christkönighaus, Leutesdorfer Johannesbrüder

    Hammerstein
    06      Burg Hammerstein (Rheinblick) und St. Georgskirche
    06      Rheininsel

    Rheinbrohl
    01      Schulen
    02      Alloheim, Altenheim St. Suitbertus, Schule
    04      Römerturm am Rhein
    11      Alloheim

    Bad Hönningen
    02      DRK-Kleiderkammer
              (siehe auch: "Zum Nachdenken: abgeben oder teilen?")
    06      Labyrinth in der Rheinpark-Therme
    07      Jugendtreff prOju
    08      Rheinpark: Blick auf evang. und kath. Kirche
    12      Schloss Arenfels

    Ariendorf
    10      Grenzmarkierung im Ort zwischen Kölner und Trierer Ortsgebiet
    13      ehemalige Kirche (abgerissen)

    Leubsdorf
    06      Kirche St. Walburgis (Panorama) bzw. Gedenkstätte unterhalb der Kirche
    11      Gedenkstätte unterhalb der Kirche
    17      Gedenkstätte unterhalb der Kirche (Hexenverbrennungen bzw. Prozesse)
    17      Kirche St. Walburgis:
              Blick auf das Nachkriegs-Gefangenenlager "Goldene Meile" bei Sinzig

    Dattenberg
    06      Mutter Gottes von Günth (zwischen Leubsdorf und Dattenberg)
    06      alter Friedhof, Ehrenmal, Wegstrecke "die Angst"
             (Steigung bzw. Gefälle = Schweigen)

    Wallen (bei Linz)
    09      Kloster der Gertrud
    11      Wegstrecke entlang der Bahn
              (Unterscheidung der Geister: Lärm schadet Mensch und Natur)

    Linz am Rhein
    01      Martinus-Gymnasium bzw. ehem. Martinus-Gymnasium
    02      Stadttore, Eine-Welt Laden, Altenheim, Sozialstation etc.
    07      Beratungsstellen (FBS), Pfarrhaus, Schulen, ehem. Konvikt
    10      Burg Linz, Kirche St. Martin
    12      Fähre am Rhein

  • Spirituelle Impulse für alle Kirchen, Kapellen etc.

    Die Numerierung bezieht sich auf die Impulstexte
    unter "nachgedacht - Impulse zu St. Martin":

    03     amTaufbecken, Weihwasserbecken
    02     Kapelle als Heiliger Ort
             (Aufbewahrungsort für den Mantel des Hl. Martin, die "cappa" - Sainte Chapelle)
    08     vor einem Kreuz, Krippen-Darstellungen, Madonna mit Kind

  • Labyrinth (2 Impuls-Texte)

    Das Labyrinth

    Ein Weg, der vorgezeichnet ist,
    den ich wählen aber nicht "erschaffen" kann.

    Ich kann jederzeit aussteigen,
    weil es keine Mauern oder Hindernisse gibt, die mich in der Spur halten.

    Ein Weg, der um die Mitte führt zu ihr hin, aus ihr heraus,
    mal nah dran, dann wieder am äußersten Rand
    und dann – nach vielen Windungen – plötzlich ganz innen.

    Dort in der Mitte – LEERE!
    Die Spannung und die Erfahrungen des Unterwegsseins – weg!
    Ent-Täuschung!

    Der Weg – so lang – Knotenpunkte und Stationen – Ausblicke und Perspektivwechsel
    und in der Mitte – Nichts?

    Nur ich und die Luftlinie zur äußeren Begrenzung;
    über alles hinweg schauen,
    mich langsam um die (eigene?) Achse drehen …

    Nachdenklich geworden – hinaustreten,
    auf kurzem Weg
    oder den um-gekehrten Weg zurückgehen.

    Und dann mit Blick von außen auf den Kreis verweilen,
    betrachten:
    das Labyrinth auf dem Boden gezeichnet
    und das Labyrinth meines Lebens:

    Was hält mich auf dem Weg, in der Spur?
    Was hält mich am Laufen?
    Was zieht mich – zur Mitte?
    Was erwarte ich in / von der Mitte?
    Was erwartet mich?

    (Petra Collinet, 2017)

     

    Labyrinth – Gedanken auf dem Weg 

    Ein Weg zur Mitte
    ohne Irrwege, Sackgassen, Ausweglosigkeit,
    dafür Umwege, Windungen, scheinbar endlos.

    Will ich zur Mitte?
    Was erwartet mich am Ende dieses Weges?
    Meine eigene Mitte? Mein Lebensende? Gott?
    Gibt es ein Zurück?
    Wie komme ich zurück?
    Verändert?

    Ich mache mich auf den Weg – mit Angst – mit Hoffnung – mit Neugier,
    Schritt für Schritt,
    langsam.

    Der Weg ist vorgegeben,
    Abkürzung unmöglich.

    Ich nähere mich der Mitte.
    Die Mitte zieht mich an.
    Gleichzeitig in mir eine unbestimmbare Angst
    hemmt meinen Schritt.

    Ich darf,
    muss
    zurück.

    Kurzes Aufatmen.

    Ich darf nochmal beginnen,
    habe eine Galgenfrist.

    Zurück in den Außenkreis,
    scheinbar an den Anfang
    und doch anders!
    Der Weg hat mich geprägt – verändert – reifen lassen.

    Wieder Windungen, enge Kehren,
    Umkehr,
    aber nicht in alte Muster
    sondern auf neuem Weg.

    Dann die Mitte
    Stille –
    Überraschung –
    nur scheinbare Leere –
    dicht gefüllt.
    Mein Innerstes ist berührt.
    Nichts lässt sich in Worte fassen.

    Das Labyrinth - Mein Leben!

    (Ingrid Hillen, 2017)

B) zum Abschluss

  • Rückblicke und Ausblicke

    Mit dem Ankommen am Ziel verbinden sich immer wieder die verschiedensten Gefühle:
    Sie reichen von großer Zufriedenheit über das erreichte Ziel bis zur Enttäuschung und Gleichgültigkeit.

    Beim Rückblick geht es nicht darum, diese Gefühle zu bewerten.
    Manchmal hilft einem eine Enttäuschung oder ein Ärger mehr zum Weiterkommen im Leben als alle anderen positiven Gefühle.

    Es geht eher darum, sich diesen Weg noch einmal mit seinen persönlichen Erfahrungen "vor die Augen zu führen", nach zu denken.

    Dann helfen eher die Fragen:

    • Was hat sich bei mir vom Anfang bis zum Schluss des Weges verändert?
    • Habe ich mich wieder einmal so erlebt, wie es typisch für mich ist?
    • Gab es neue Erlebnisse und Erfahrungen?
    • Habe ich einen Zugang zum Religiösen auf dem Weg bekommen?
    • Hat sich meine religiöse Erfahrung verändert, gab es Neues?
    • Was möchte ich mir davon merken?
    • Was kann für meine Zukunft davon wichtig sein?
    • Brauche ich jemanden zum Gespräch (zum helfenden Klären, zur persönlichen Aussprache, zur gegenseitigen Bereicherung)?

    Am Abschluss des Pilgerweges und der Nachdenkens-Phase steht zunächst die Möglichkeit zum persönlichen Beten.
    Es ist die Form, seine religiösen Erfahrungen ins Gespräch mit Gott zu bringen.
    Das kann mit eigenen Worten oder mit bekannten Gebeten sein, wie dem Vater unser.
    Manchmal genügt auch das einfache stille Sitzen vor Gott als unaussprechlichem Geheimnis, das einfache Da sein im Hier und Jetzt.

    Der Pilgerweg wird mit Gottes Segen für uns beendet.
    Gott will nach jüdisch-christlicher Tradition ein "Gott bei uns und mit uns" sein (Immanuel).
    ER soll uns dabei helfen, dass unser Lebensweg, von dem wir ausdrücklich ein Stück als Pilgerweg gegangen sind, gelingen kann.

    (Volker Collinet, 2017)

Die Texte sind Vorschläge, um den persönlichen Abschluss für Einzelne oder Gruppen zu gestalten.