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Impuls

St. Martin und Corona - geht das zusammen?

St. Martin und Corona,
das geht nicht zusammen, ist mein erster Eindruck.
Denn St. Martin, das war der Mann,
der ungeachtet der öffentlichen Meinung
seiner Soldatenkameraden und -vorgesetzten
einem aus der Gesellschaft Ausgestoßenen
persönliche Zuwendung zukommen ließ.

In Zeiten von Corona würde dies aber bedeuten,
sich den Infizierten zuzuwenden
und damit allen Anstrengungen der Quarantäne zuwider zu laufen.
Das wäre aber nicht im Sinne des Hl. Martin gewesen.
Aber Martin würde sicher Mittel und Wege finden,
das Eine zu tun, ohne das Andere zu lassen:
Zuwendung angesichts von Quarantäne bedeutet "Zuwendung auf Distanz".

In Linz haben einige Bürger vorgeschlagen,
den allseits beliebten Klapperlauf in Zeiten von Corona nicht ersatzlos ausfallen zu lassen,
sondern einen "Klapperlauf auf Distanz" zu organisieren,
indem die Bürger am Karfreitag und am Karsamstag
um 12:00 mittags und auch um 18:00 Uhr abends
aus ihren geöffneten Fenstern heraus mit Klappern - aber auch mit Töpfen und Deckeln -
die verstummten Glocken ersetzen und so ein Zeichen des Zusammenhalts in schwerer Zeit setzen.
… und das würde dem Hl. Martin mit Sicherheit gefallen!

Aber Martin würde wahrscheinlich auch die sozialen Mittel nutzen,
um Menschen miteinander in Kontakt zu bringen:
Regelmäßige Anrufe, Mails - vielleicht sogar Videokonferenzen - mit den Menschen in Isolation
sind die modernen Formen der Zuwendung auf Distanz.

Und schließlich hätte Martin ein seit alters her mit ihm verbundenes Symbol genutzt.
Die Martinslaterne – ein Licht in der Dunkelheit der Zeit.
Aus unserer evangelischen Gemeinde kam bereits vor Tagen die Anregung,
beim abendlichen ökumenischen Glockenläuten um 18:00 Uhr
eine Kerze in die Fenster zu stellen
– ein Zeichen der Wärme, der Zuwendung und des gegenseitigen Gedenkens.
Zeichen der Zuwendung auf Distanz.

St. Martin und Corona - das geht zusammen! 

A.-Peter Gillrath (April 2020)