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Impuls

Gedanken beim Gehen durch die Weinberge im Frühjahr

Johannes-Evangelium (Joh 15,1-8 - neue Einheitsübersetzung)

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer.
2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab
   und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
3 Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe.
4 Bleibt in mir und ich bleibe in euch.
   Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann,
   sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt,
   so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt.
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
   Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht;
   denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
6 Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt.
   Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.
7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
   dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.
8 Mein Vater wird dadurch verherrlicht,
   dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Überall begegnen wir Rebstöcken.
Jedes Jahr werden sie zurückgeschnitten, aufgebunden, damit sie gute Früchte tragen.
Eben haben wir gehört: "Jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er."
Das Schneiden und Aufbinden der Reben, eine Spur Gottes?
Gott, der auch mich manchmal zurecht stutzt,
   der mich daran erinnert, dass ich ein Geschöpf und er der Schöpfer ist.

Jetzt in dieser Zeit, fühle ich mich beschnitten wie eine Weinrebe.
Ich möchte mich frei entfalten und bekomme doch durch den Corona-Virus enge Grenzen gesetzt.
Ich darf nicht reisen, mich nicht mit der Familie treffen, keine Feste feiern,
   vor allem weiß ich auch nicht wie es finanziell weitergeht.
Was wird noch alles auf mich zukommen?
Ja, es ist als würden mir meine Zweige gestutzt, auf das Wesentliche zurückgeschnitten.

Ich bin auf mich selbst zurückgeworfen, wie angebunden.
Ich muss mich mit meinen Gedanken, meinen Ängsten, mit mir selber auseinandersetzen.
Die normalen "Fluchtmöglichkeiten" sind mir genommen.
Es bleiben die Medien.
Aber auf Dauer ist das unbefriedigend.
Der persönliche Kontakt, die Umarmung fehlt.
Wenn ich in einer Partnerschaft lebe,
   bedeutet dieses Angebundensein auch da eine neue Herausforderung.
Das kann zur Krise
   aber auch zu einer neuen bewussten Form des Miteinanders führen,
   in dem wir über diese ungewohnte Form der Isolation ins Gespräch kommen.

"Jede Rebe, die Frucht bringt …" so beginnt ein Satz in diesem Evangelium.
Zum Fruchtbringen gehören zunächst einmal die Blüte und dann die Bestäubung.
Wo finde ich im Moment diese "Bestäubung",
   die es mir ermöglicht zu Reifen und Frucht zu bringen.
Die sozialen Kontakte sind sehr eingeschränkt
   und auch der Zugang zur spirituellen Nahrung.
Gemeinsame Gottesdienste sind nicht möglich.

Es kann eine Chance sein, wieder neu zum persönlichen Beten zu finden,
   die persönliche Gottesbeziehung wieder intensiver zu pflegen,
   sich wieder Zeit zu nehmen, einen geistlichen Impuls zu lesen
   und darüber mit Gott ins Gespräch zu kommen.

"Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben,
   dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten."

Ingrid Hillen (April 2020)

Gebet

(von Bischof Dr. Stephan Ackermann - in Auszügen)

Jesus,
unser Gott und Heiland,
in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt
kommen wir zu Dir und bitten Dich:
[...]

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,
hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.
Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts,
   der Solidarität und der Sorge füreinander.
Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.
Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden,
   wie wir miteinander in Kontakt bleiben.

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind,
   um uns in der konkreten Begegnung
   als betende Gemeinschaft zu erfahren,
so stärke in uns die Gewissheit,
   dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

[...]

Amen.

(Den vollständigen Wortlaut dieses Gebetes finden Sie: hier!)

aus der Vita sancti Martini (Leben des hl. Bekennerbischofs Martinus von Tours) von Sulpicius Severus (um 420):

"Bald darauf wurde Martin im Traum ermahnt, wieder in sein Vaterland zurückzukehren und in frommem Eifer seine immer noch heidnischen Eltern zu besuchen. Er machte sich mit Einwilligung des hl. Hilarius auf den Weg. [...]

Zunächst verirrte er sich in den Alpen und fiel Räubern in die Hände. Schon schwang einer von ihnen ein Beil, um mit wuchtigem Schlag sein Haupt zu treffen; doch ein anderer hielt den Todesstreich auf. Man band Martinus die Hände auf den Rücken und übergab ihn einem zur Bewachung und Ausplünderung. Dieser führte ihn beiseite und erkundigte sich, wer er sei. Seine Antwort lautete, er sei Christ. Er fragte ihn dann, ob er Angst habe. Da erklärte Martinus voll Festigkeit, er habe sich nie so sicher gefühlt; er wisse ja, dass Gottes Barmherzigkeit vor allem in Heimsuchungen helfend nahe sei; über den Räuber müsse er sich mehr betrüben, da er seines Räuberhandwerkes wegen kein Anrecht auf die Barmherzigkeit Christi habe. Martinus knüpfte daran ein Gespräch über das Evangelium und verkündete dem Räuber das Wort Gottes. Kurzum, der Räuber wurde gläubig und gab Martinus das Geleit, führte ihn auf den rechten Weg zurück und bat ihn auch, er möge für ihn zu Gott flehen. [...]"

(Dieser Text ist vollständig hier zu finden!)