Gladbach

Katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Spätestens seit 1764 hatte das Dorf Gladbach im alten Kirchspiel Heimbach eine eigene Kapelle für die Gläubigen vor Ort. In einem Antrag an den Fürsten zu Nassau-Usingen aus dem Jahr 1804 stellte die Gemeinde einen Antrag „um Überlassung der zum Herrschaftlichen Hof Wülfersberg gehörenden Kapelle, damit sie die Baumaterialien zur Erweiterung ihrer Kapelle gebrauchen können“. Als Begründung gab man an, dass die 1764 erbaute Kapelle der Gemeinde die Einwohner des Ortes nicht mehr fasse und eine Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch in der Rommersdorfer Abtei-Kirche durch „die Umstände“ nicht mehr bestünde. Mit „die Umstände“ war die inzwischen erfolgte Auflösung der Abtei Rommerdorf durch die Säkularisation angesprochen worden.

Die Gladbacher mussten sich mit ihrem Kapellenausbau gedulden. Ihr Antrag zum Abriss der Wülfersberger Kapelle wurde abgelehnt. Zum Ausbau der Kapelle fehlte der Gemeinde lange Zeit das Geld.

Die heutige Kirche Maria Himmelfahrt wurde nach Plänen der Neuwieder Architekten Theodor und Heinrich Hermann im nachgotischen Stil gebaut. Nach der Grundsteinlegung (1913) erfolgte 1914 die Einsegnung und Freigabe für Gottesdienst und schließlich 1916 die feierliche Weihe der Kirche. Seit dem 21. November 2003 steht sie unter Denkmalschutz.

Die Kirche besteht aus einer zweischiffigen gewölbten Stufenhalle mit Chor. Auf dem Turm sitzt eine barock anmutende Zwiebelhaube. Die Kirche steht auf einem Bruchsteinsockel und ist überwiegend aus Bimssteinen gebaut, an einigen Stellen ergänzt durch roten Sandstein.

Der Seitenaltar stammt aus der früheren Kapelle (um 1730). Die wertvollste Figur in der Kirche ist eine spätgotische Madonna (um 1460) aus dem ehemaligen Kloster Wülfersberg.