Die eigentlichen Glaubensboten des Mittelrheingebietes waren die beiden Heiligen Lubentius und Castor im 4. Jahrhundert. Allerdings ist nicht bekannt, ob das Christentum hier bereits Eingang gefunden hatte. Die Missionierung des rechten Rheinufers wird erst für eine spätere Zeit faßbar. Iro-schottische und angelsächsische Missionare wirkten hier im 7. und 8. Jahrhundert. Unter ihnen St. Wilibrord (+ 739) und der Patron der Rheinbrohler Pfarrkirche St. Suitbert (+ 713). Vermutlich wirkte hier auch St. Goar. Zu dieser Zeit dürfte ein zusammenhängendes Kirchensystem in dieser Gegend bestanden haben, bei ihrem Einfall in fränkisches Gebiet 778 verheerten die Sachsen jedenfalls viele Kirchen zwischen Deutz und der Lahnmündung.

Aus vorfränksicher Zeit ist die Besiedlung von Hönningen durch Grabstellen mit Anzeichen christlicher Bestattungsformen nachgewiesen. In einem merowingischen Grab fand man eine Silberscheibe mit dem Symbol des Kreuzes.

Hönningen gehörte wohl ursprünglich zur Pfarrei Rheinbrohl. Dort hatte man im Gertudenhof des Stiftes Nivelles sehr früh eine geistliche und kirchliche Zentrale für unser Gebiet. Der Bestand eines fest eingerichteten Pfarrsystems in Hönningen ist für vor 1136 bezeugt. Dies geht aus einer Urkunde hervor, mit welcher ein Streit um das Zehntrecht im Ort geregelt wird. Nach den bestehenden Zehntregeln wurde der Zehnte immer nur an Pfarrkirchen geliefert. Gründer der Pfarrei bzw. deren Patrone waren die im Ort ansässigen St. Georgshof, benannt nach dem Hochstift St. Georg in Bamberg und der St. Simeonsstift, benannt nach dem gleichnamigen Stift in Trier. Um diese Zeit dürfte auch die erste Pfarrkirche erbaut worden sein. Der Standort der Pfarrkirche hat sich seit den Tagen der Pfarrgründung nicht geändert. Nach einer erhaltenen Grundrißzeichnung aus dem Jahr 1715 maß diese Kirche etwa 20 mal 12 Meter. Es war eine dreischiffige Halle, deren Mittelschiff durch je vier auf Pfeilern ruhenden Arkadenbögen von den Seitenschiffen geschieden war. Die beiden Seitenschiffe der in Ost-Westrichtung stehenden Kirche waren bis auf die Ostflucht des Turmes vorgezogen, so daß der Turm praktisch in der Kirche stand. Rund um die Kirche befand sich ein Friedhof, auf dem bis 1830 die Toten der Pfarrei bestattet wurden.

Fotos: © Thomas Müller