St. Martin - seine Biographie

  • Martinus – derjenige, der für den Kriegsgott Mars bestimmt und geweiht ist.

    Der römische Militärtribun stand in militärischer Tradition und brachte das mit dem Namen für seinen Sohn eindeutig zum Ausdruck. Der Junge wurde in Sabaria geboren und wuchs am Dienstort seines Vaters in Ticinium auf.

    Sein Interesse für christliche Gedanken und Lebenseinstellungen brachten ihn in regelmäßigen Konflikt mit seinem Vater.

    Martinus war der Sohn eines Soldaten mit langem Militärdienst. Deshalb musste er dem kaiserlichen Gesetz folgen und wurde mit 15 Jahren zur Militärausbildung geschickt. Sein Einsatz war in der Kaiserlichen Garde, die  im Winter 334/335 in Nordfrankreich unterwegs war. Die Mäntel der Kaiserlichen Garde waren auf der einen Seite mit Schaffell versehen und auf der Außenseite purpurrot wie die anderen Soldatenmäntel. Eine Hälfte des Mantels zahlte der römische Staat, die andere musste der jeweilige Offizier selbst bezahlen.

    Am Stadttor von Amiens sah Martin den erfrierenden Bettler und teilte seinen Mantel mit ihm.
    Diese Erfahrung führte zu seiner ersten großen Lebensentscheidung für das Christentum – er ließ sich taufen.

    Martinus lebte weiterhin in der Spannung seiner christlichen Lebenshaltung und dem geforderten Gehorsam im Kaiserlichen Militärdienst. Die Spannung wuchs durch die Person des Kaisers Julian, der die Wiedereinführung der römischen Staatsreligion anstrebte. Er führte das Heer entlang der römischen Grenze am Rhein, um diese zu sichern.

    Eine Schlacht stand in der Nähe von Worms an und Martin verweigerte den Treueeid zum Kaiser. Der Kaiser warf ihm Feigheit und Verrat vor. Martin bot an, sich am Tag des Kampfes ohne Waffen vor die Schlachtreihen zu stellen und wurde gefangen genommen. Unerwartete Friedensverhandlungen der Gegner verhinderten den Kampf und Martinus wurde freigelassen. Er beendete seinen Militärdienst und wurde als Kriegsdienstverweigerer (unehrenhaft) entlassen.

  • Martinus, der Christ und Gottsucher

    Nach einem konfliktreichen Besuch bei den Eltern, besonders dem Vater, suchte Martinus nach seinem weiteren Lebensweg als Christ. Er suchte die Stille und Konzentration auf Gott als Einsiedler, zunächst in der Nähe von Mailand, später auf der Insel Gallinaria bei Genua.

    Seine Erfahrungen veranlassten ihn, gemeinsam mit anderen Männern Gott zu suchen und seinem Willen zu folgen. Martin gründete das Kloster Ligugé in Westfrankreich. Diese Form des Christseins war ihm so wichtig, dass er sich zunächst weigerte, Bischof zu werden und nur mit Mühe davon überzeugt werden konnte.

    Selbst als Bischof von Tours wollte er diese Lebensform beibehalten und gründete das Kloster Marmoutiers am gegenüberliegenden Loire-Ufer. Täglich fuhr er mit einem Schiff von seinem Kloster zu seinem Bischofssitz und nach seiner Arbeit wieder zurück, um beide Aufgaben (Bischof und Vorsteher der Klostergemeinschaft) miteinander verbinden zu können.

  • Martin von Tours – ein Bischof mit Mut und Weitblick

    Martin war als Bischof ein Außenseiter. Er lebte als Mönch in einfachen Verhältnissen und mit einer anderen Berufsauffassung als die anderen Bischöfe. Sie verstanden sich vor allem als hohe Staatsbeamte des römischen Staates und setzten Machtinteressen vor christliche und seelsorgliche Grundhaltungen. Das zeigte sich vor allem in zwei Bereichen. In den Konflikten mit verschiedenen Glaubensrichtungen der Kirche, die automatisch zu Konflikten mit den Kaisern wurden. Hier reiste Bischof Martin allein fünf Mal zu den Kaisern nach Trier, um in Glaubens-Konflikten zu vermitteln.

    Der andere Bereich war die Seelsorge der einfachen Menschen auf dem Land. Die anderen Bischöfe waren mit ihren Gemeinden in den Städten geblieben. Die Menschen auf dem Land kamen nur schwer dorthin und lebten noch oft ihre alten Religionen. Martin von Tours gründete in der Umgebung seiner Bischofsstadt mehrere Gemeinden von Christen, die von Priestern geleitet wurden. Er gilt als Begründer der Land-Seelsorge. Natürlich gab es auch hier Streitigkeiten, in denen Martin als Bischof vermitteln musste. Bei seinem Besuch in Candes stand ein Streit zwischen zwei Priestern an, den Martin zu lösen versuchte und in hohem Alter dort plötzlich verstarb.

weitere Details zu seiner Lebensgeschichte und viele Legenden finden Sie auf:

www.martin-von-tours.de