Neuwied

Engers

Geschichte

Man vermutet, dass Gaius Julius Caesar bei seinen Germanenfeldzügen im Bereich von Engers den Rhein überquerte; beweisen lässt sich das nicht. Die „Siebenschläfer“-Sage erzählt, dass die Germanen im Jahr 260 der Römerkastell Niederbieber angriffen. Es ist also wahrscheinlich, dass spätestens zu dieser Zeit die Römer einen gesicherten Rheinübergang hatten.

Die Beschreibung im Deichstadtweg gibt an: „In der spätrömischen Zeit wurde unter Kaiser Valentinian I. (374 - 375) ein Burgus am Rhein errichtet. Hiermit wurde vermutlich der Nahrungsmittelnachschub der Garnisonen am Rhein gesichert. Die Reste des Burgus befinden sich noch heute am Rheinufer vor dem Stadtteil Engers.“

1357 erhielt Engers die Stadtrechte und Graf Wilhelm I begann mit dem Bau der Stadtmauer. Der Sockel des grauen Turms im Bereich des heutigen Heinrich-Hauses (an der Rhein Promenade) stammt aus dem 14. Jahrhundert. Er diente damals als Wehrturm und Zolleinnahmestelle.

1371 fiel Engers an den Kurfürsten Cuno von Falkenstein, der die Stadtmauer weiter ausbaute und eine Burg errichtete - Burg Cunostein.  


1637 ist einem Kaufvertrag erstmals das „Spee-Haus“ erwähnt. Man vermutet aber das noch einen Vorgängerbau gab. In dem Buch „das Spee-Haus in Engers“ wird vermutet, dass hier schon früher der Wohnsitz des Zolleinnehmers stand.

Engers hatte im Dreißigjährigen Krieg durch die Kampfhandlungen sehr gelitten. Nach einer Städteansicht von Hermann Saftleben um 1660 hatten das Spee-Haus und die Burg diesen Krieg jedoch gut überstanden. Für Burg Cunostein kam das Ende um 1690, als französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Burg zerstörten. Zusätzlich gab es mehrere schwere Brände in Engers, die fast das ganze Dorf zerstörten.

1758 bis 1762 ließ Kurfürst Johann Philipp von Walderdorff das heutige Schloss nahe den Ruinen der Burg erbauen. Das Spee-Haus wurde ein Teil des Schlossgartens. Man weiß, dass es Mitte des 18. Jahrhunderts aufwändig renoviert wurde. Zwischen Speehaus und Schloss wurde ein weiteres Gebäude errichtet und auf der anderen Seite des Schlosses ein Pferdestall. Der Stall wurde abgerissen und an seiner Stelle das schmale Gebäude im neobarocken Stil errichtet, das spätere Meisterhaus.

Nach dem großen Brand von 1778 wurde das Schloss jahrelang als Notunterkunft für die Engerser Bürger genutzt.

Nach 1815 wurde das Schloss preußischer Besitz.
Nach einer kurzen Zeit als Verwaltungszentrale wurden in den dafür geeigneten Räumen landwirtschaftliche Güter gelagert und im Schlossgarten eine Baumschule errichtet.
1862 wurde das Schloss zur Militärschule umgebaut. 1870 diente es als Reserve-Lazarett und ab 1872 als Kriegsschule für Offiziere. In den Jahren 1914-1918 diente es wieder als Lazarett. Nach dem 1. Weltkrieg wohnten hier Soldaten der französischen Besatzung.
1928 entstand eine orthopädische Klinik.

Am 15..9.1927 begann die Josefs-Gesellschaft mit den Kaufverhandlungen für das gesamte Anwesen (Schloss und Schlosspark).